Ein Tier aus dem Tierheim?
| Ein Tier aus dem Tierheim - Was erwartet mich? Viele Menschen haben eine gewisse Scheu vor dem Tier "aus zweiter Hand".
Von einigen Personen wird der Begriff "Gebrauchttier" verwendet, das klingt in unseren Ohren wie ein Schimpfwort. Ein Tier ist kein Gebrauchsobjekt, daß man nach Verwendung einfach wegwirft! Wer ins Tierheim geht, darf nicht erwarten, dass er das perfekte Tier für wenig Geld bekommt.
Beim größten Teil der Tierheimbewohner handelt es sich um bereits erwachsene Tiere und jede dieser Fellnasen hat ihre eigene Geschichte, meist eine unbekannte. Wenn wir nach der Vergangenheit eines Tieres gefragt werden, können wir leider oft nur bedauernd mit dem Kopf schütteln.
Manchmal lassen sich lediglich aus dem Verhalten und dem Zustand eines Tieres Vermutungen über sein Leben anstellen. Häufig fallen diese nicht positiv aus.
- Hunde die bei jeder schnellen Bewegung sofort in Deckung gehen - Hunde die beim Anblick einer Leine in Panik ausbrechen, statt in Freude - Hunde die bei einem Stöckchen Schmerz zu erwarten scheinen, statt Spaß - Tiere, die so stark von Würmern befallen sind, dass diese schon von allein den Körper verlassen - und, und, und Tiere also, die den Menschen von seiner hässlichsten Seite kennen. Nicht selten erwachen diese Tiere erst im Tierheim zum Leben. Erschreckend, oder finden Sie nicht?
Häufig entwickeln sich Hunde aus schlechter Haltung zu Begleitern, die immer bemüht sind, dem neuen Menschen an ihrer Seite zu gefallen.Sie werden anhänglich und sind ihrem Besitzer dankbar und treu ergeben - Bis an ihr Lebensende! Es gibt jedoch auch Tiere die aus einer guten Haltung kommen, wo sie aber leider nicht mehr bleiben konnten. Die Gründe hierfür sind sehr vielschichtig, einige sind nachvollziehbar, andere nicht.
Für diese Tiere beginnt oft eine schwere Zeit. Traurig und wartend sitzen sie bei uns und verstehen die Welt nicht mehr. In jedem Fall ist aber unser Einsatz gefragt und so manch ein Tierschützer entwickelt ungeahnte Fähigkeiten im Bereich der Tierpsychologie, mit Erfolg. Trotzdem können wir nur die gröbsten Probleme angehen (wenn es denn welche gibt), der Rest liegt in der Hand des neuen Besitzers.
Wir nehmen das Tier auf, wenn es in Not ist. Wir geben ihm ein gemütliches und trockenes Plätzchen, geben ihm Essen und Trinken, behandeln seine Wunden und Krankheiten. Und machen uns sofort auf die Suche nach einem netten Menschen, der zu ihm passt. Wir begleiten es bis zu seinem neuen Leben und darüber hinaus.
Durch uns bekommt das Tier eine Chance und das sind Sie! Denken Sie also immer daran, dass Sie ein Tier mit einer Vergangenheit erhalten. Manchmal ist es bereits mehrere Stationen durchlaufen.
Überlegen Sie sich gut, ob Sie bereit sind, ein Tier aus dem Tierheim aufzunehmen. Können Sie es mit all seinen "kleinen" Makeln akzeptieren und lieben? Bis an sein Lebensende? Sind Sie bereit, sich auf dieses Abenteuer einzulassen?
"Nach manchen Gesprächen mit Menschen hat man den Wunsch, einen Hund zu streicheln, einem Affen zuzulächeln und vor einem Elefanten den Hut zu ziehen." |





